
Der Jura ist kein Gebirge, das man besteigt, sondern eines, in das man hineinläuft. Das Spektakel liegt in der Waagerechten — ein Fluss, der durch ein bewaldetes Tal stürzt, eine Felswand, die sich plötzlich zu einer Seenkette öffnet — und die meisten der schönsten Touren schafft ein normales Paar Beine.
Wer aus den Alpen kommt, ist oft überrascht. Es gibt hier keine Gletscher und kaum technische Routen. Was der Jura stattdessen hat, ist Kalkstein: ein Plateau, durchschnitten von reculées, Blindtälern, die an einer Felswand enden, aus deren Fuß ein Fluss tritt. Man geht oben entlang, und die Aussicht öffnet sich auf einen Schlag — oder man geht unten durchs Tal, und die Wände rücken zusammen. So oder so ist die Mühe überschaubar und der Lohn sofort da.
Für die Planung heißt das: Die meisten Touren dauern zwei bis vier Stunden, mit 200 bis 400 Höhenmetern. Alpine Erfahrung braucht es nicht. Vernünftige Schuhe schon, denn nasser Kalk ist rutschig, und Baumwurzeln gibt es reichlich.
Das meistbesuchte Naturziel des Jura — zu Recht. Auf rund drei Kilometern fällt der Fluss 255 Meter in einer Treppe aus Kaskaden und türkisen Gumpen. Insgesamt werden 31 Fälle gezählt, sieben davon große. Der Éventail, 65 Meter hoch, liegt 400 Meter vom Parkplatz der Maison des Cascades entfernt; hinter dem Sprühnebel des Grand Saut, 60 Meter, kann man hindurchgehen.
Die ganze Runde misst hin und zurück etwa 7,4 Kilometer, rund drei Stunden, mit 250 bis 300 Höhenmetern. Hunde an der Leine sind erlaubt, Baden nicht. Vom ersten Aprilwochenende bis zum 30. September ist das Parken kostenpflichtig. Für Kinderwagen ist der Weg nicht geeignet.
Ein kurzer, steiler Anstieg auf 993 Meter für eine der weitesten Aussichten des Departements. Von oben blickt man auf die Seen von Ilay, Narlay, Grand Maclu und Petit Maclu, dahinter läuft das Plateau in die Ferne. Vom nächsten Parkplatz aus rechnen Sie mit einer Stunde hin und zurück — nirgends im Jura zahlt sich der Aufwand schneller aus.
Der See ist 35 Kilometer lang und der drittgrößte Stausee Frankreichs. Seine Farbe — ein tiefes Türkis, das mit dem Licht wechselt — stammt von Kalksedimenten im Wasser. Entlang großer Teile des Ufers laufen schattige, flache Wege, die Tour lässt sich also beliebig kurz oder lang halten. Das Belvédère du Regardoir oberhalb von Moirans-en-Montagne liegt rund 200 Meter über dem Wasser und liefert den Blick, den alle fotografieren. Drei Strände — la Mercantine, Bellecin und le Surchauffant — erlauben es, die Wanderung im Wasser zu beenden.
Eine Abtei am Grund eines Blindtals, Höhlen in der Wand und ein Wasserfall am Talschluss. Man kann gemütlich durch den Talboden gehen oder den Weg hinauf zu den Aussichtspunkten am Rand nehmen und senkrecht hinunterschauen. Beides zusammen ergibt einen halben Tag.
Zwei weitere reculées am Rand des Revermont, beide mit Aussichtspunkten direkt an der Straße für alle, die den Blick ohne die Wanderung wollen, und mit markierten Wegen für alle, die beides möchten. Im Frühjahr bei hohem Wasserstand besonders schön.
Die Grande Traversée du Jura durchquert das ganze Massiv von Nord nach Süd, und der Abschnitt über die Plateaus lässt sich etappenweise von einem festen Standort aus gehen. Die GR-Fernwanderwege im Departement sind wie überall in Frankreich rot-weiß markiert. Wer mehrere Tage wandern will, ohne alles zu tragen, kann mehrere Etappen als Tagestouren mit einem zweiten Auto abdecken.
Für Ehrgeizige: Der Crêt Pela ist mit 1 495 Metern der höchste Punkt des Departements Jura, oben im Haut-Jura. Von den Seen aus ein langer, aber unkomplizierter Tag.
Unsere Unterkünfte liegen im Gebiet Orgelet / Lac de Vouglans, im Süden des Departements. Die Uferwege beginnen vor der Tür, die Hérisson-Wasserfälle und der Pic de l'Aigle sind bequem mit dem Auto erreichbar, Baume-les-Messieurs und die Felskessel des Revermont liegen etwas weiter nördlich.
Unser kompletter Wanderführer zu den Hérisson-Wasserfällen beschreibt diese Tour im Detail, und beim Lac de Vouglans finden Sie Strände und Aussichtspunkte. Für einen Ruhetag sind die Jura-Weinroute und die Käsereien, in denen der Comté entsteht, die sanftere Variante.
Fragen vor der Buchung? Am einfachsten erreichen Sie uns per E-Mail: Schreiben Sie uns auf Deutsch, wir antworten auf Deutsch.
Wie anspruchsvoll die Touren sind, wann die Wasserfälle am schönsten sind, was man anzieht und welche Wege sich für Kinder eignen — die häufigsten Fragen.
Deutlich weniger als in den Alpen. Es gibt keine Gletscher und kaum technische Routen. Die meisten der schönsten Touren dauern zwei bis vier Stunden mit 200 bis 400 Höhenmetern, was einigermaßen fitte Wanderer gut schaffen. Die eigentliche Gefahr ist nasser Kalk und blank gelaufene Wurzeln — Schuhe mit Profil zählen mehr als Kondition.
Die Hérisson-Wasserfälle: etwa 7,4 Kilometer hin und zurück, rund drei Stunden, 250 bis 300 Höhenmeter, vorbei an 31 Fällen, darunter der 65 Meter hohe Éventail und der 60 Meter hohe Grand Saut. Wer die größte Aussicht für den geringsten Aufwand will, geht stattdessen auf den Pic de l'Aigle: 993 Meter, etwa eine Stunde hin und zurück, Blick über vier Seen.
Im Frühjahr, nach Schneeschmelze und Regen. Ein voller und ein trockener Hérisson sind völlig verschiedene Ziele, und in einem trockenen August bleibt mitunter nur ein Rinnsal. Prüfen Sie den Wasserstand, bevor Sie im Hochsommer hinfahren.
Viele schon. Die Uferwege am Lac de Vouglans sind flach, schattig und jederzeit abkürzbar. Der Weg am Hérisson ist für Kinder machbar, die einige Kilometer laufen können, für Kinderwagen aber nicht geeignet. Der Talboden von Baume-les-Messieurs ist eine weitere sanfte Möglichkeit.
Ja, auf den meisten Wegen. In der Nähe von Vieh und auf dem Wasserfallweg gehört der Hund an die Leine, dort ist es Vorschrift. Baden ist in den Gumpen des Hérisson weder für Hunde noch für Menschen erlaubt.
Rot-weiß steht für einen GR-Fernwanderweg, gelb für eine örtliche Runde. Beides ist verlässlich. In den Tälern ist der Handyempfang lückenhaft, laden Sie also eine Offline-Karte herunter oder nehmen Sie eine Papierkarte mit.
Der Crêt Pela mit 1 495 Metern, oben im Haut-Jura. Von der Seenregion aus ein langer, aber technisch unkomplizierter Tag.